W E C H S E L R A U M  ist ein transdisziplinäres, kollaboratives Projekt in dessen Mittelpunkt eine Raumzeichnung aus Kohle von Ulrike Mohr steht. Sie lädt Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen der Kunst und Wissenschaft ein, die ortsspezifische Arbeit zu übernehmen und zu verändern. Die chemische Umwandlung von Holz in Holzkohle ist Ausgangspunkt für eine gemeinsame Beschäftigung mit aktuellen Zeit- und Raumphänomenen. Während der gesamten Ausstellungsdauer findet ein permanenter Transformationsprozess bis zur Auflösung statt. Aus geköhlerten Bäumen, Ästen und Objekten werden materialisierte Erinnerungen. Die Kohle verkörpert diesen Zustand, sie ist ein Aggregatzustand der besonderen Form, der Konzentration und Verdichtung. 

W E C H S E L R A U M ist ein ephemeres Format an der Schnittstelle von Ausstellung, Performance und Aufführung, bei dem das Material der Holzkohle zum Gegenstand der Kommunikation einzelner künstlerischer und wissenschaftlicher Positionen wird. Der Ausstellungsraum wird zum temporären Labor und öffentlicher Platform, die sich durch die konstante Verwandlung, welche die einzelnen künstlerischen Positionen im Prozess hervorbringen, konstruiert. 

W E C H S E L R A U M ist Diskurs, welcher durch das Wechselspiel und die Kommunikation zwischen allen Beteiligten über einen festgelegten Zeitraum entsteht. Alles was sich im Raum konstituiert wird zum Ausgangsmaterial für die folgenden Akteur*innen. Jede neue Position in ihrer zeitlichen Folge erzeugt ein temporäres Ordnungssystem, permanente Verwandlung und neue Realität(en) im Raum. Wechselraum als Prozess mit offenem Ende. 

W E C H S E L R A U M  ist eine räumliche und zeitliche Gemeinschaft von Aufführenden und ihrem Publikum. Visuell fragmentarisch, verdichteten sich im konstanten Rollenwechsel verschiedenen Ebenen von Wahrnehmung, Kommunikation, Räumlichkeit und Zeitlichkeit zu einem neuen Kontext. Gesellschaftsrelevanz durch Gemeinschaftsbildung. 

W E C H S E L R A U M ist ein Orchester. Alle Beteiligten führen ein gemeinsames Stück auf und spielen jeweils ihr Solo. Visuelle und klangliche Themen tauchen auf und verschwinden, variieren und wiederholen sich. Handlungsanweisungen, die wie Notenblätter einer Partitur funktionieren, werden an andere Künstler*innen weitergegeben oder das Publikum wird in die Aktionen involviert.

*Der Begriff  W E C H S E L R A U M definiert bei einem Staffellauf den Bereich, in dem eine Läufer*in den Stab an die nächste Läufer*in übergibt.