HÄNDIGKEIT

Mit ihrer Arbeit thematisiert Ulrike Mohr das Prinzip der Chiralität, der Händigkeit:
Beide Skulpturen bilden ein Modell des Moleküls „Carvon“ ab, das in der Natur in den Formen (D)-Carvon (Bild) und seinem Spiegelbild (R)-Carvon vorkommt und nach Pfefferminze beziehungsweise Kümmel riecht. Die Moleküle bestehen aus weißlackierten Metallkugeln, welche die chirale Strukturformel von Carvon darstellen. In Sichtachse zu den beiden Molekülen durchziehen schmale lange Beete mit Pfefferminz- und Kümmelpflanzen die polygonalen Grünflächen vor der gegenüberliegenden Gebäude der Berliner Ultrahochfeld-Anlage des Experimental and Clinical Research Center (ECRC) von MDC und Charite. Die Auswahl der Kümmel- und Pfefferminzsorten basiert auf einer Pflanzensammlung Karls des Großen. Kümmel und Minze sind alte Heil- und Gewürzpflanzen, die eine Verbindung zur Geschichte des Campus als Forschungs- und ehemaligen Krankenhausstandort schaffen.

Kunst am Bau, Max Delbrück Centrum, Berlin – Buch, 2015

Ulrike Mohr: Händigkeit Ulrike Mohr: Händigkeit Ulrike Mohr: Händigkeit

SIGNALKUGEL

An die Stelle des ehemaligen Leuchtturmes der Doppelkaianlage ist ein vertikales Leuchtzeichen gesetzt. Die Signalkugel markiert diesen bewegten Ort von weitem und ist von der anderen Uferseite der Spree, von der Oberbaumbrücke aber auch vom Schlesischen Tor als Zeichen mit nautischen Bezügen wahrnehmbar und knüpft an die Formensprache von Bojen und Leuchtfeuern der Wasserschifffahrt an. Bewegliche Leuchtkugel, die über einen Bewegungsmelder auf den Schiffsverkehr der Spree reagiert. Fährt ein Schiff an der Signalkugel vorbei, fällt die Kugel nach unten und wird anschließend über Druckluft in ihre Ausgangsposition nach oben gefahren.

Kunst am Bau, Doppelkaianlage May-Ayim-Ufer, Berlin-Kreuzberg, 2011

Ulrike Mohr: Signalkugel Ulrike Mohr: Signalkugel Ulrike Mohr: Signalkugel Ulrike Mohr: Signalkugel Ulrike Mohr: Signalkugel Ulrike Mohr: Signalkugel

LEUCHTFEUER

Die 18 Positionslichter der interaktiven Lichtinstallation um die beiden Ost- und Westtürme an der Fassade des Gebäudes können im Ausstellungsraum, mit direkter Verbindung nach draußen, durch die Besucher jeweils einzeln an- und ausgeschaltet werden. Durch die Kombination von AN oder AUS ergeben sich 2 hoch 18 = 262.144 mögliche Anordnungen des Positionierens. Die Positionslichter imitieren Leuchtfeuer, wie sie das Luftfahrtbundesamt zur Markierung von Hindernissen vorschreibt.

Nebelleuchten, Kabel, Schalttafel, POLISHED Goldrauschausstellung 2005
Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, 2005–2006

Ulrike Mohr: Leuchtfeuer