• Ulrike Mohr ist Bildende Künstlerin. Sie arbeitet mit dem Konzept von Zeichnung, Raum, Zeit und Holzkohle. Mohrs künstlerische Haltung nutzt Transformationsprozesse von Materialien, die wiederum von komplexen Forschungsergebnissen, tradiertem Wissen, aber auch von Zufällen beeinflusst werden.
    Ausgehend von Naturbeobachtungen, besitzen ihre Arbeiten eine eigene stoffliche Präsenz. Ihre Position als Bildhauerin ist das Resultat eines prozessorientierten Umgangs mit kontextbezogenen Materialien, die sie in poetische Installationen überführt. Dabei gilt ihr Interesse nicht nur der Materialbeschaffenheit, sondern auch der zeitlichen Dimension, die den ephemeren Substanzen innewohnt.
    So siedelte Mohr z.B. eine Gruppe von auf dem Dach des mittlerweile abgerissenen Palastes der Republik wild gewachsener Bäume auf innerstädtisches Brachland um (Restgrün, 2006; Neue Nachbarn, 2008) und transformiert ganze Bäume in Holzkohle (Minneapolis Black, 2012; Kubus neben der Tauber, 2018; Time in a Tree, 2020).
    In den letzten Jahren ist das Köhlern zu einem zentralen Modus Operandi in ihrem Werk geworden. Mohrs großformatige „Raumzeichnungen“ zeichnen sich durch die Liebe zum Detail und zur Oberfläche aus: Subtile Texturen von Alltagsgegenständen sind ebenso wichtig wie der Versuch, Beziehungen zwischen Ästhetik und Wissenschaft – Gegenwart und Vergangenheit – aufzudecken.

    Mohr realisierte mehrere Kunst am Bau Projekte und Arbeiten im öffentlichen Raum und ist in zahlreichen internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen und Biennalen vertreten. Sie ist Herausgeberin der Buchreihe ANTHRAKOTHEK (grc: anthrax „Kohle“, thékē „Aufbewahrungsort“, „Behälter) im The Green Box Verlag Berlin und erhielt Stipendien und Preise u.a. das Istanbul-Stipendium des Berliner Senats und Förderungen der Stiftung Kunstfonds.
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    Ulrike Mohr is a visual artist. She works with the concept of drawing, space, time and charcoal. Mohr’s artistic approach uses transformation processes of materials, which are influenced by complex research results, traditional knowledge and by coincidence. Based on observations of nature, her works have their own material presence. Her position as a sculptor is the result of a process-oriented handling of context-related materials, which she transforms into poetic installations. Her interest is not only in the nature of the material, but also in the temporal dimension inherent in the ephemeral substances.
    For example, Mohr transplanted a group of trees growing wild on the roof of the now demolished Palace of the Republic to city wasteland (Restgrün, 2006; Neue Nachbarn, 2008) and transformed entire trees into charcoal (Minneapolis Black, 2012; Kubus neben der Tauber, 2018; Time in a Tree, 2020).
    Over the past years, the burning of char has become a central modus operandi in her work. Mohr’s large “spatial drawings” are characterized by an attention to detail and surface: Subtle textures of everyday objects are as important to her as the attempt to uncover relationships between aesthetics and science – present and past.
    Mohr has won numerous Kunst am Bau projects and is represented in various international solo and group exhibitions and biennials. She is the editor of the book series ANTHRAKOTHEK published by The Green Box Verlag Berlin and has received scholarships and prizes including the Istanbul Scholarship of the Berlin Senate and grants from the Stiftung Kunstfonds.