VON DEN DINGEN

Für die Ausstellungsreihe „Related to Time“ entsteht eine Raumzeichung „Von den Dingen“. Ausgangspunkt für Ulrike Mohrs Arbeiten ist neben dem Werkstoff der Kohle immer auch dessen Herkunftsort, dessen Kontextbildung und der Produktionsprozess in seiner zeitlichen Dimension. In ihren Raumzeichnungen schweben geköhlerte Äste aus brachliegenden Schrebergärten, fragmentierte Bäume oder geköhlerteres Treibholz aus dem Meer. Zu schwarmähnlichen Formen verdichtet, hängen die fragilen Äste frei im Raum und zeichnen in ihm eine schwarze, geometrische Kohlespur, chaotisch und gerichtet zugleich.

Durch den Transformationsprozess des Köhlerns haben die Äste ihre ursprüngliche Farbgebung verloren, die Details ihrer Oberfläche jedoch sind erhalten und für immer konserviert. Das physische Umgehen und Eintauchen in die räumliche Tiefe der Arbeiten ermöglicht es, die Komplexität, die Leichtigkeit und die Identität der Raumzeichnungen wahrzunehmen. Ulrike Mohr löst die Grenzen zwischen Material, Raum, Zeit und Klang zunehmend auf und schafft so andere Interpretations- und Erfahrungsräume.

„Die Stimme der Dinge ist die Stimme der Kohle, die vom Meereshorizont spricht, wenn sie die Wände der Galerie berührt. Das Sein der Dinge ist die Kohle, wenn sie als verbranntes Holzstück mit ihrem Duft und ihrer Farbe meine Hände schwarz färben, wenn ich sie berühre. Die Natur der Dinge ist konstante Wandlung. Le parti pris des choses bedeutet, die Oberfläche der Dinge, wie sie uns erscheinen, zu betrachten, sie sprechen und leben zu lassen.“ Aus dem Text „Standing on a Surface“ von Alice Goudsmit.

„Von den Dingen“ ist eine Arbeit über materialisierte Form, Zeit und Stimme aus der 6-teiligen Reihe „Related to Time 2018/19“,
Artist Talk mit der Kunsthistorikerin Alice Goudsmit am Freitag, den 14.12.2018, 19 Uhr

super bien!
gewächshaus für zeitgenössische kunst, 30.11.2018–01.01.2019, Berlin

Fotos: Anne Katrin Stork

Ulrike Mohr: Von den Dingen – super bien 2018 Ulrike Mohr: Von den Dingen – super bien 2018 Ulrike Mohr: Von den Dingen – super bien 2018 Ulrike Mohr: Von den Dingen – super bien 2018 Ulrike Mohr: Von den Dingen – super bien 2018 Ulrike Mohr: Von den Dingen – super bien 2018 Ulrike Mohr: Von den Dingen – super bien 2018 Ulrike Mohr: Von den Dingen – super bien 2018 Ulrike Mohr: Von den Dingen – super bien 2018 Ulrike Mohr: Von den Dingen – super bien 2018 Ulrike Mohr: Von den Dingen – super bien 2018 Ulrike Mohr: Von den Dingen – super bien 2018

GESCHIEBE

Als „Geschiebe“ bezeichnet man von Gletschern transportierte und in Moränen abgelagerte Gesteinsbrocken.

Die Spuren des Geschiebes aus dem Fluss Göschenerreuss werden während des 2-monatigen Stipendienaufenthaltes „aufgezeichnet“ und schreiben sich in Druckplatten ein.
work in progress, Stiftung Kunstdepot Göschenen, Schweiz, August/September, 2018

www.kunstdepot-goeschenen.com

CNTRM #7

In zwölf Kapitel unterteilte, ortsspezifische Interventionen und Transformationen
#7, Wegnahme des Dachs, Pförtner-Pavillion, Centrum Warenhaus,
CNTRM temporary project space / Straße der Pariser Kommune, 30. Juli 2018
Kuratiert und fotografiert von Christof Zwiener, Mitarbeit: Kurt Fritsche

www.cntrm.de

Ulrike Mohr CNTRM #7 Ulrike Mohr CNTRM #7 Ulrike Mohr CNTRM #7 Ulrike Mohr CNTRM #7

FREILEGUNG

DIALOGFELDER / Kunst und Performance im öffentlichen Raum
Chemnitz, Mai 2018
Nachtaktive Pflanzen: Nachtjasmin Cestrum nocturnum, Schwarze Stockrose
Alcea rosea v. nigra, Heliotrop Heliotropium arborescens, Sternbalsam Zulu Snowflake Zaluzianskya ovata, Gelbe Taglilie Hemerocallis lilioasphodelus, Mondwinde Ipomoea alba, Gemshorn Matthiola longipeta, Bittersüßer Nachtschatten Solanum dulcamara, Nachtviole Hesperis matronalis, Nachtkerze Oenothera pallida,
inszenierte Ausgrabungsstelle 6 x 6 m, Vitrinen mit Fundstücken

Bis zum Ausbruch eines Vulkans vor 291 Millionen Jahren war Chemnitz eine
tropische Oase. Nun verbirgt sich unter dem Sonnenberg ein versteinerter Wald. Die experimentelle Forschungsgrabung bringt Licht in das Dunkel der Kulturschichten von Chemnitz und legt nachtaktive Pflanzen frei, die mit Hilfe von Sonnenlicht auf dem Sonnenberg wachsen. Ihre Blüten leuchten im Dunkeln, verströmen bei Nacht einen besonderen Geruch, öffnene ihre Blüten erst bei Nacht oder verändern ihren Duft bei Nacht und ziehen Nachtfalter an.

Foto: Mandy Knospe, 2018
Assistenz: Lukas Kleinert

Ulrike Mohr: Freilegung Ulrike Mohr: Freilegung Ulrike Mohr: Freilegung Ulrike Mohr: Freilegung

TRANSPOSITION

BLACK SEA RESONANCE
Transposition / 6th edition of Sinopale – International Sinop Biennial

Sinop, Turkey, 1th August to 17th September 2017
Spacial drawing of driftwood charcoal
4 x 7 x 5 m

Ulrike Mohr’s artistic approach utilizes material transformation processes that are influenced by complex research and knowledge. Over the past years, the burning of char has become a central modus operandi in her work. Mohr’s large “spatial drawings” are characterized by an attention to detail and surface: Subtle textures of everyday objects are as important to her as the attempt to uncover relationships between aesthetics and science – present and past.
In Sinop she collects drift wood from the Black Sea, transforms the found objects into charcoal and shows them as a large spacial drawing. Ulrike Mohr’s work is a metaphorical scratching on the surface of materials, making the individual layers visible and thus communicating the capacity for physical change implicit within each material substance. Black Sea Resonance involves acquiring a standpoint which is both very close to the object, literally touching the material in question, while also remaining distantly observant, resonating to the patterns of Black Sea.

Ulrike Mohr: BLACK SEA RESONANCE – Transposition
Foto: Ingo Arend

Ulrike Mohr: BLACK SEA RESONANCE – Transposition
Foto: Sophie Baumgärtner

WASSERZEICHNUNG

Transforming & floating charcoal drawing on water
12 x 6 m
Geköhlertes Holz / Charcoal, Draht / Wire

Group exhibition „Odyssee, curated by Vlado Velkov
Möhnesee 20.–30.7.2017
Kunstverein Arnsberg 28.7.–10.9.2017

Ulrike Mohr: Wasserzeichnung Ulrike Mohr: Wasserzeichnung Ulrike Mohr: Wasserzeichnung Ulrike Mohr: Wasserzeichnung Ulrike Mohr: Wasserzeichnung Ulrike Mohr: Wasserzeichnung Ulrike Mohr: Wasserzeichnung Ulrike Mohr: Wasserzeichnung Ulrike Mohr: Wasserzeichnung Ulrike Mohr: Wasserzeichnung Ulrike Mohr: Wasserzeichnung Ulrike Mohr: Wasserzeichnung Ulrike Mohr: Wasserzeichnung Ulrike Mohr: Wasserzeichnung Ulrike Mohr: Wasserzeichnung Ulrike Mohr: Wasserzeichnung Ulrike Mohr: Wasserzeichnung Ulrike Mohr: Wasserzeichnung Ulrike Mohr: Wasserzeichnung

 

 

VOM WASSER

Wassersammlung Uckermark

1 Tümpel bei Groß Fredenwalde | 2 Graben bei Behrendsee | 3 Behrendsee | 4 Schmaler Temmensee | 5 Düstersee | 6 Großer Krinertsee | 7 Mühlensee | 8 Großer Kölpinsee  | 9 Sölle in der Grundmoräne  | 10 Tümpel Wiese | 11 Kanal | 12 Sabinensee  | 13 Flith Löschteich | 14 Graben bei Fliths Mühle | 15 Wrietzensee | 16 Oberuckersee | 17 Boot Gut-Fergitz | 18 Großer Potzlowsee  | 19 Graben bei Potzlow | 20 Teich Gustavs Ruhe | 21 Haussee Suckow | 22 Wasserpumpe Inge Mahn | 23 Plückvogel | 24 Regenwasser

Stallmuseum, Groß Fredenwalde, 29. April–29. Mai 2017
Fotos: Michael Otto und Andreas Morgenstern

Ulrike Mohr: Vom Wasser Ulrike Mohr: Vom Wasser Ulrike Mohr: Vom Wasser Ulrike Mohr: Vom Wasser Ulrike Mohr: Vom Wasser Ulrike Mohr: Vom Wasser Ulrike Mohr: Vom Wasser Ulrike Mohr: Vom Wasser Ulrike Mohr: Vom Wasser Ulrike Mohr: Vom Wasser

LICHTHAUS

„Balancing Act“, 2017
1km Seil, 25 x 17 x 8,25m
Kunstverein Arnsberg, Lichthaus, 31. März –18. Juni 2017
Text: Vlado Velkov, 2017

Die Künstlerin Ulrike Mohr präsentiert in ihrer Einzelausstellung im Lichthaus Arnsberg eine neue ortsspezifische Installation, welche sich mit gedanklichen Linien und deren Kondensstreifen beschäftigt.
In ihrer Recherche zur Ausstellung hat Ulrike Mohr erkundet, dass das Lichthaus Arnsberg in seiner Entwicklung als eine Einheit aus zwei gleichsam bedeutenden architektonischen Teilen konzipiert wurde: Glaspavillon und Gartenlandschaft (Grünhaus). Während der Pavillon später als Lichthaus Arnsberg bekannt wurde, ist das Grünhaus in seinem Schatten geblieben. Mit dieser Ausstellung sucht Mohr nicht das ursprüngliche Gleichgewicht zwischen Architektur und Natur, sondern baut die Ausstellungssituation radikal um, indem sie die Ausstellung ausschließlich im Gartenteil des Lichthauses realisiert.
Natur ist ein zentrales Thema in Mohrs künstlerischer Arbeit, die sich unterschiedlichen Aspekten unserer Wahrnehmung und unseres Umgangs mit ihr widmet. Ob Elemente oder Gesetze der Natur, Mohr ist stets bereit, sie künstlerisch zu hinterfragen. Aus diesem erweiterten Handlungsfeld gewinnt sie eine reiche Palette, die neue Experimente, formale und ökologische Recherchen ermöglicht.
So bildet diese Ausstellung, als Homage an Walter de Maria, einen Luftkilometer ab. Hin und her strecken sich 1.000 Meter Seil in einer Art von Moiré durch den Himmel am Lichthaus. Mal geblendet von der Sonne, mal in Bewegung gebracht durch den Wind, ist die Ausstellung „Balancing Act“ (Seiltanz) zugleich eine Einladung, den Außenraum neu zu erkunden. Die komplexe Komposition verknotet Architektur, Natur und künstlerische Arbeit organisch miteinander. Seile werden zu gedanklichen Linien und poetischen Zeilen und schaffen eine räumliche Zeichnung im Außenraum, die sich mit dem Gang des Frühlings stets verändern wird.

www.kunstverein-arnsberg.de
www.lichthaus-arnsberg.de/ulrike-mohr

Ulrike Mohr: Lichthaus